© 2009 - 2010. Medicine Bridge GbR, Wayne & Andrea Vandall
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HÄUFIG GESTELLTE FRAGEN!
Warum trägt Wayne kein „Indianeroutfit“ und keine Adlerfedern in seinem Haar bei den Workshops von Project D*R*E*A*M*?
Wayne: "Es ist mein persönlicher Glaube, dass die Regalien („das Indianeroutfit“) und die Adlerfedern sehr spezielle und persönliche Gegenstände sind - vor allem Adlerfedern. Für die Ureinwohner Nordamerikas ist der Adler heilig und mit den Federn des Adlers muss mit höchstem Respekt umgegangen werden.
Ich fühle mich wie ein Repräsentant meiner Leute. Damit meine ich meine Großeltern, meine Eltern, meine Verwandten…Wenn ich so auftreten würde, würden sie beschämt und peinlich berührt sein. Es wäre respektlos!
Denn sie wissen, dass heutzutage im Jahr 2010 die Regalien und Adlerfedern nur noch zu Festlichkeiten wie Pow Wows (Tanzfeste) oder zu bestimmten Zusammenkünften getragen werden.
Ich möchte nochmals betonen, dass Adlerfedern für uns heilig sind und wir deshalb nicht leichtfertig mit ihnen umgehen. Sie sind NICHT zur Dekoration gedacht, um „wie ein Indianer auszusehen“ oder um sie herumzuzeigen. Sie werden nur zu einigen Zeremonien - bei denen sie vorausgesetzt sind - getragen oder genutzt. Ich wurde als Ureinwohner Nordamerikas geboren und ein „Indianeroutfit“ und Adlerfedern würden mich nicht mehr zu einem Indianer machen - ich bin einer!“
Warum berichtet Wayne von der Kultur und Tradition der Lakota, obwohl er als Kind vorwiegend im Reservat der Winnebagos in Nebraska aufgewachsen ist?
Wayne: "Ich bin ein eingeschriebenes Mitglied des Ho-Chunk Winnebago Stammes in Nebraska. In meinen Venen fließt das Blut von vier verschiedenen Stämmen. Mütterlicherseits: Meine Großmutter war Vollblut Ho-Chunk Winnebago und mein Großvater war Vollblut Sicangu Lakota. Väterlicherseits waren meine Großeltern Vollblut - Santa Domingo und Laguna Pueblos aus New Mexico. In meiner Kindheit verbrachte ich viel Zeit damit, die Geschichten, die Lehren und die Lieder meines Großvaters (Sicangu Lakota) zu hören, zu lernen und zu erfahren. Durch meinen Großvater, die Zeit, die er mit mir als Kind verbrachte und die Erfahrungen, die ich mit ihm sammeln durfte, war es für mich ganz natürlich, den kulturellen Lehren und Wege der Lakota zu folgen.
Alle Stämme der Ureinwohner Nordamerikas haben eigene Traditionen, Bräuche, spirituelle und zeremonielle Ausübungen…Sie sind alle speziell, einzigartig, heilig und wunderschön in ihrer Art. "
Warum führt Wayne keine Zeremonien durch?
Wayne: "Die traditionellen Ureinwohner Nordamerikas handhaben den Begriff Zeremonie nicht leichtfertig. Die Zeremonie ist ein Hinweis auf die Spiritualität eines jeden Stammes - sie ist die Quintessenz und die Heiligkeit des Lebens selbst. Der Respekt, den ich für die Spiritualität meiner Kultur habe, erlaubt es mir nicht, selbst einmal daran zu denken, Zeremonien durchzuführen."
Ist Wayne ein Medizinmann?
Wayne: "Nein, ich bin kein Medizinmann. Ich würde auch niemals behaupten ein Medizinmann oder ein spiritueller Heiler zu sein - denn ich weiß was es kostet….Ich bin Wayne, ein Ureinwohner Nordamerikas und ich habe meine eigene Medizin - die Musik. Deshalb heißen Andrea und ich auch Medicine Bridge. Tanzen, Singen, Musik, Kunst etc. können Träume erwecken, können inspirieren und können uns auf eine Ebene emporheben in der wir die Welt durch die Augen der Schönheit sehen. Musik ist Medizin, Bewegung ist Medizin und Kunst ist Medizin - wir nutzen diese drei Teile, um eine Brücke des Verständnisses zwischen zwei sehr alten Kulturen aus Nordamerika und Europa zu bauen."
Was ist eine „Friedenspfeife“?
Wayne: "Was man hier in Deutschland „Friedenspfeife“ nennt, ist für uns Lakota die Chanupa. Für uns ist die Chanupa heilig. Sie ist das Zentrum von allem traditionellen, spirituellen und zeremoniellen Leben. Die Chanupa hat für uns die Macht des Lebens selbst. Deshalb sind für uns der respektlose Gebrauch und die respektlose Darstellung der Chanupa inakzeptable. Traditionelle Lakota gebrauchen die Chanupa mit äußerster Ehrfurcht und höchstem Respekt.
Während den Verhandlungen zwischen der U.S. Regierung und den Gruppen der Lakota im 18. Jahrhundert, wurde die Chanupa genutzt, um die Verpflichtungen der Regierung gegenüber den Lakota innerhalb der unterschriebenen Friedensabkommen zu sichern. Darüberhinaus war für uns Lakota der Gebrauch der Chanupa ein Zeichen an die Regierung, dass wir die Friedensabkommen nicht brechen würden. Zu dieser Zeit entstand fälschlicherweise der Begriff „Friedenspfeife“."
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